christliche Themen

Aus dem Mitteilungsblatt 2/2013

Liebe Glaubensgeschwister,

in Kolosser 3,1 schreibt Paulus: «Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.»
Wir haben uns in der Taufe Gott hingegeben. Heute warten wir auf die Vollendung des Heils in Jesus Christus. Unsere Hoffnung ist schon im Himmel vorbereitet. Das Ziel unseres Lebens ist nicht «unten», sondern «droben». Im Kommen Jesu, wird unsere lang ersehnte Hoffnung enthüllt. Vorstellen können wir uns das nicht. Aus diesem Grund appelliert Paulus an die Gemeinde und schreibt: «... so sucht, was droben ist, wo Christus ist.» «Suchen» bedeutet aktiv sein und Prioritäten setzen. Es bedeutet auch, sich auf Christus und seine Werte zu konzentrieren. Das ist eine Lebenseinstellung. An das, «was droben ist, zu denken» entspricht dem Suchen dessen, «was droben ist.» «Droben» steht als Gegensatz zum «irdisch und unten.» Das «auf der Erde» ist alles, was der Gemeinschaft mit Jesus im Wege steht. Paulus will die Gemeinde davor warnen. Jesus formulierte es so: «Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit...» (Mat 6,33) Im Gottes Reich sitzt Jesus «zur Rechten Gottes.» Das ist ein Ehrenplatz. Wer nach «droben» strebt, wird auch einen Ehrenplatz bekommen. Die Perspektive ist einmalig, oder?

Euer Glaubensbruder

Robert Geibel

Aus dem Mitteilungsblatt 1/2013

Liebe Glaubensgeschwister,

im 1. Korintherbrief 13,13 lesen wir: «Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen». Wenn ein Jahr zur Neige geht, steht einem die Vergänglichkeit aller Dinge besonders klar vor Augen. Alles, was wir sehen, vergeht. Wir vergehen auch. Die Menschen in Newtown in USA haben das bitter in diesen Tagen erlebt. Morgens gingen die Kinder in die Schule und in ein paar Stunden waren einige von ihnen nach einem Amoklauf tot. Salomo fragte: «Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt» (Prediger 1,3.4). Auch ein langes Leben ver- geht. «Meine Tage vergehen wie ein Hauch», sagt der Psalmist (Psalm 102,4). So gern wir auch manche Stunde festhalten möchten; sie enteilt unweigerlich. Wir fragen: Gibt es überhaupt etwas Bleibendes? Paulus schreibt: «Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei...».

Der Glaube überwindet die Vergänglichkeit, denn Jesus sagte: «Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben» (Joh 6,47). «Hoffnung läßt nicht zuschanden werden», schreibt Paulus (Römer 5,5). Glaube und Hoffnung haben nur durch die Liebe Bestand. Gottes Liebe währt von Ewig- keit zu Ewigkeit. «Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm» (1. Joh 4,16).

Lasst uns auch im Neuen Jahr in der Liebe bleiben. Das bleibt! Der Herr segne Euch und behüte Euch im Neuen Jahr 2013!

Euer Glaubensbruder

Robert Geibel

Das Gebet

Was ist beten?

Was fällt ihnen ein, wenn Sie das Wort „Gebet“ [1] hören? Vielleicht die Worte eines Priesters [2] oder einiger alter Frauen, die in einer Kirche knien? Vielleicht haben Sie auch selbst schon versucht zu beten? Wie aber können wir das Gebet beschreiben?

Gebet ist, einfach gesagt, ein Gespräch. Nicht ein Gespräch mit sich selbst, sondern ein Gespräch mit Gott. Gott lädt uns ein, mit ihm zu reden und ihm die Dinge zu sagen, die uns bewegen. Also geht es im Gebet auch nicht nur darum, Gott etwas zu sagen. Gott will auch uns etwas sagen!

Mit einem Freund reden

In der Bibel lesen wir viel von Menschen, die mit Gott geredet haben. [3] Aber auch Jesus selber hat gebetet. Obwohl er Gottes Sohn war, war ihm das Gebet sehr wichtig. So oft es ging, redete er mit seinem Vater. Oft schon am frühen Morgen. Und wenn Jesus das Gebet so wichtig findet, dann sollte es auch für uns wichtig sein.

Wenn wir beten, dann können wir so mit Gott reden, als ob wir mit einem Freund reden. Gott freut sich, wenn wir zu ihm kommen. Dafür brauchen wir keine besonderen Worte zu benutzen und auch keine aufgeschriebenen Gebete. Es ist nur wichtig, vor Gott ehrlich zu sein, denn er weiß genau, wie es in uns aussieht.

Wir haben ja schon gelernt, dass wir nur durch Jesus Christus zu Gott kommen können. Und so ist es auch für das Gebet wichtig, dass wir mit Jesus leben und er uns vergeben hat. Dann ist Jesus auf unserer Seite und vertritt [4] uns vor Gott, dem Vater. Natürlich können wir auch dann zu Gott sprechen, wenn Jesus noch nicht in uns lebt. Dann sollten wir ihn aber bitten, dass er uns hilft, ihn besser kennen zu lernen und ein Kind Gottes zu werden. Erst wenn Gott unser Vater ist, können wir auch sicher sein, dass er unsere Gebete erhört. [5]

Wie kann man beten?

Wie kann man beten? Nun, jeder kann persönlich für sich, aber auch gemeinsam mit anderen beten, z. B. in der Kirche. Wir können zu Gott kommen, wie wir sind. Wichtig sind jedoch vier Dinge: Wir sollten Ehrfurcht vor Gott haben, auf ihn hören wollen, bereit sein, ihm zu gehorchen und vor allen Dingen Gott vertrauen.

Und was sollte man beten? Nun, Gott können wir alles sagen. Aber wir sollten nicht nur für uns selber bitten [6], sondern auch Gott loben und anbeten [7], ihm Dank sagen [8] und auch für andere Menschen beten [9].

Beten lernen

Als die Jünger von Jesus ihn beten hörten, da wollten sie auch beten lernen. Darauf hin gab Jesus ihnen ein Gebet. Man nennt es auch das „Vaterunser“. Es geht so: Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name.  Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.  Gib uns heute unser tägliches Brot.  Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen..“ [10].

Dieses Gebet sollte man nicht einfach nur nachbeten. Es kann uns aber helfen, zu Gott zu reden und darüber nachzudenken, was wir sagen können.

„Ich habe oft gebetet, aber Gott hat mich nicht erhört!“, sagen vielleicht jetzt manche von ihnen. Letztendlich weiß niemand, was Gott tut, wie und warum er es tut. Er ist ja Gott, und wir nur Menschen. Aber er hat uns versprochen, unser Gebet zu hören, wenn wir als seine Kinder zu ihm reden. Nicht immer antwortet er so, wie wir es uns wünschen. Und manchmal dauert es auch sehr lange, bis wir etwas sehen. Aber wir dürfen Gott einfach vertrauen, dass er jedes ehrliche Gebet erhört und nur unser Bestes will!

 

 

[1] Gebet ist eine Ableitung von „bitten“ und hat nichts mit „geben“ zu tun.
[2] der Priester: ein Mann, der (besonders in der katholischen Kirche) die Messe hält und sich um die Gläubigen kümmert; vergl. evangelisch: Pastor, Pfarrer; orthodox: Pope
[3] Denken wir nur an Abraham, Mose, Daniel oder Paulus.
[4] vertreten: sich um die Interessen und Anliegen eines anderen kümmern und darauf achten, dass sie berücksichtig werden
[5] (Joh. 14,13)
[6] (vgl. Phil. 4,6)
[7] (vgl. Offb. 5,6-10); anbeten: loben und verehren
[8] (vgl. Lukas 17,15-17)
[9] (vgl. Apg. 12,5)
[10] (vgl. Matth. 6,9-13)

 

Quelle: http://derweg.org/lebenshilfe/bibelaktuell/gebet.html#_ftn1